Eine Kommunität wird gegründet
Mitte August 2025 war es soweit: Wir, die fünf Bewohner des Pfarrhauses Gächlingen, verkündeten, dass wir von nun an nicht mehr einfach eine WG (Wohngemeinschaft), sondern eine Kommunität mit dem Namen Lichtung sein wollten.
Am 22. August 2025 feierten wir die Gründung der Kommunität mit einem Fest. Damit begann für uns ein neuer Abschnitt – auch wenn die Geschichte unser Gemeinschaft schon einige Jahre früher begonnen hatte.

Es war ein Prozess
Aber warum eigentlich eine Kommunität?
Eine Kommunität ist im christlichen Kontext eine geistliche Gemeinschaft, die sich durch eine verbindliche Gemeinschaft, gemeinsame Werte und in der Regel auch durch klare Strukturen und eine Leitung auszeichnet. Genau darin liegt für uns ein wesentlicher Unterschied zu einer normalen WG. In einer WG teilt man in erster Linie Wohnraum miteinander. Gemeinschaft kann entstehen, muss aber nicht das eigentliche Ziel sein.
Wir wollten mehr sein als eine Wohngemeinschaft. Wir wollten nicht einfach nur zusammen wohnen, sondern unser Leben bewusst miteinander teilen und als christliche Gemeinschaft unterwegs sein.
Der konkrete Prozess hin zur Kommunität begann mit einer ersten Sitzung am 9. Dezember 2024. An diesem Abend wurde uns als Gemeinschaft bewusst, dass wir diesen Schritt gemeinsam gehen und genauer beschreiben wollten, was für eine Gemeinschaft wir eigentlich sein möchten.
Darauf folgten viele weitere Sitzungen und Gespräche. Es war ein längerer Prozess, in dem immer wieder neue Fragen auf den Tisch kamen. Denn es ist gar nicht so einfach, die Grundlagen einer solchen Gemeinschaft festzulegen: Was verbindet uns? Welche Werte sind uns wichtig? Was bedeutet unser gemeinsames Leben konkret? Welche Regeln und Strukturen brauchen wir?
Im Laufe dieses Prozesses entstand unser Reglement, der sogenannte Kodex. Darin hielten wir unsere gemeinsamen Werte und unser Commitment fest, aber auch Regeln, Zuständigkeiten und Abläufe unseres Zusammenlebens.
In diesem Prozess entstand schliesslich auch der Name Lichtung.
Eine Lichtung ist eine sonnige Öffnung mitten im Wald. Sie ist ein Ort, an dem Licht durch die Bäume fällt, an dem man zur Ruhe kommen, aufatmen und neue Kraft schöpfen kann. Genau das möchten wir auch als Gemeinschaft sein: ein Ort des Friedens, der Begegnung und der Erholung – für uns selbst und für die Menschen, die bei uns zu Gast sind.
So schien uns Lichtung ein passender Name für unsere Gemeinschaft.
Was war zuvor?
Die Geschichte der Lichtung beginnt allerdings schon einige Jahre früher.
Vor über fünf Jahren entstand aus der Jugendarbeit der Jungen Kirche eine spontane WG. Es war ein ziemlich spontanes Projekt mit dem Namen «Sponti-WG». Was zunächst als etwas Ungeplantes begann, weckte bald den Wunsch, auch langfristig zusammenzuwohnen.
Als das Pfarrhaus in Gächlingen zur Miete frei wurde, schien für uns der richtige Moment gekommen, eine gemeinsame WG zu starten. Seit rund fünf Jahren lebten wir dort zusammen.
In dieser Zeit kamen Bewohner dazu und andere zogen wieder aus. Die Zusammensetzung der WG veränderte sich immer wieder. Doch über die Jahre wuchs bei uns der Wunsch, mehr zu sein als einfach nur eine WG.
Aus dem gemeinsamen Wohnen wurde immer mehr gemeinsames Leben. Und irgendwann entstand die Frage: Wollen wir daraus bewusst eine Gemeinschaft machen?
Diese Frage führte uns schliesslich auf den Weg, der im August 2025 zur Gründung der Kommunität Lichtung führte.
Der Weg hat erst begonnen
Als Kommunität sind wir noch sehr jung. Uns ist bewusst, dass unser Weg als christliche Gemeinschaft gerade erst begonnen hat.
Vor uns liegen noch viele offene Fragen und Herausforderungen. Wir werden weiter lernen müssen, wie wir unser gemeinsames Leben gestalten, wie wir miteinander umgehen und wie wir als Gemeinschaft wachsen können.
Trotzdem blicken wir mit grosser Freude und viel Optimismus in die Zukunft.
Als Gemeinschaft so zu leben, ist für uns ein grosses Geschenk. Wir wünschen uns, darin weiter zu wachsen – als Menschen, im Glauben und als Gemeinschaft.
Und so ist die Geschichte der Lichtung noch lange nicht zu Ende. Eigentlich hat sie gerade erst begonnen.
Sebastian Ebi 23.08.2026
1-2 Foto von der Gründung oder wie wir planen usw.
